Kokosnuss (aus Wikipedia,
der freien Enzyklopädie)
Kokosnuss - Kokospalme - Kokospalmen
Fruchtstand einer Kokospalme
Die Früchte wachsen in Gruppen,
die sich jeweils in verschiedenen Stadien der Reife
befinden
Die Kokosnuss ist die Baumfrucht der Kokospalme,
die in den Tropen weit verbreitet ist. Die Verbreitung
erfolgt auch über das Meer: Oft schwimmen Kokosnüsse
auf dem Meer tausende Kilometer weit bis sie wieder an Land gespült werden
und Wurzeln schlagen. Die Kokosnuss ist keine echte Nuss, sondern eine Steinfrucht.
Die Kokosnuss wird als grüne, relativ unreife, dreieckige, etwas mehr als
kopfgroße Frucht geerntet, im Süden Thailands oft mit Hilfe dressierter
Makaken-Affen.
Was in Europa als "Kokosnuss" in
den Handel kommt, ist nur der braune Kern der
Kokosfrucht. Diesen umhüllen noch eine dicke
Schicht Kokosfasern und eine harte, grüne äußere
Schale, die aber vor dem Export entfernt werden,
um Transportplatz zu sparen. Der Kern enthält
etwa einen Liter süßliche, fast klare
Flüssigkeit, das Kokoswasser und weißes,
aromatisch schmeckendes Fruchtfleisch.
Inhaltsverzeichnis
1 Nutzung
1.1 Lebensmittel
1.2 Werkstoff
2 Öffnen einer Kokosnuss
3 Wissenswertes
Nutzung
Die Kokosnuss wird in vielfältiger
Weise genutzt.
Lebensmittel
In den Anbauländern ist das
Kokoswasser der weniger reifen Früchte ein
wichtiger Trinkwasserersatz. Das Kokoswasser
wird entweder roh getrunken oder vergoren als "Kokoswein".
An der enthaltenen Menge Kokoswasser kann abgeschätzt
werden, wie lange eine Nuss schon gelagert wird;
sie trocknet nämlich dabei langsam aus.
Je frischer also die Nuss, desto mehr Kokoswasser
befindet sich darin.
Das Fruchtfleisch kann roh verzehrt werden. Getrocknet
wird es als Kopra bezeichnet und dient als Ausgangsstoff
zur Gewinnung von Kokosöl, Kokosfett, Margarine
und als Paste, die zum Kochen verwendet werden kann. Getrocknete Kokosflocken
kann man auch in westlichen Ländern kaufen.
Kokosöl wird auch zur Herstellung
von Kosmetika verwendet beispielsweise als Körperöl
oder als Bestandteil in Seifen, Shampoos und
Cremes.
Kokosmilch entsteht nicht in der
Nuss, sondern wird hergestellt, indem das Fruchtfleisch
mit etwas heißem Wasser püriert und
die Mischung dann durch ein Tuch ausgepresst
wird. Es entsteht eine zähe, aromatische
und milchige Flüssigkeit. Die zurückbleibende,
faserige Masse wird als Tierfutter verwendet.
Die Kokosmilch wird in den Anbauländern
kleinindustriell erzeugt und als Konserven oder
ultrahocherhitzte Kokosmilch zu uns exportiert.
Sie wird in zahlreichen Gerichten, Saucen, Suppen,
sowie für manche Cocktails, beispielsweise
die Piña Colada verwendet.
100g Kokosnuss enthalten: % Tagesbedarf
eines Erwachsenen
kcal kJoule Wasser (g) Fett (g) Kalium Calcium Magnesium Vitamin C
358 1498 45 36,5 19 2 13 3
Quelle: EU Nährwertkennzeichnungsrichtlinie
(EU NWKRL 90/496/EWG)
Werkstoff
Die zähen, harten Fasern,
die die Kokosnuss umhüllen, werden für
Matten, Teppiche, Seile, Matratzenfüllung
und für die Füllung von Sitz- und Liegemöbeln
(zum Beispiel im Fahrzeugbau) sowie zur Wärmedämmung
verwendet. Aus halbierten Kokosnussschalen werden
Trinkgefäße hergestellt. Leere Schalen
liefern hochwertigen Brennstoff, besonders als
Holzkohle veredelt sind sie begehrt.
Öffnen
einer Kokosnuss
Mit Hilfe eines Hammers und eines
rostfreien Nagels zwei oder drei Löcher
in die Kokosnuss schlagen. Am einfachsten geht
das an den Grübchen (Keimporen oder Augen)
unter dem Bart. Damit das Fruchtwasser sauber
abläuft, gibt man die Nuss in einen Sieb
und lässt sie austropfen. Fließt das
Wasser nicht gleich heraus, kurz mit einem Korkenzieher
nachbohren, oder einen dickeren Nagel verwenden,
oder mit einem Strohhalm direkt austrinken.
Zum Öffnen der harten Schale
empfiehlt es sich, die Nuss 15 bis 20 Minuten
in den 200 Grad heißen Backofen zu legen.
Dann springt die Schale von allein auf und kann
mit kurzen Hammerschlägen gespalten werden.
Handwerklich Begabte können auch eine Heißluftpistole
verwenden, was den selben Effekt erzielt.
Alternativ dazu - und nicht ganz
so zeitaufwendig - kann man ein paar Mal mit
der Rückseite eines schweren Küchenmessers
entlang des "Äquators" fest auf
die Kokosnuss klopfen. Die Nuss bricht dann einfach
auseinander. Nun lässt sich das Fruchtfleisch
herausschaben.
Wissenswertes
Laut Unfallstatistiken der Versicherungen
sterben pro Jahr weltweit viel mehr Menschen
durch eine herabfallende Kokosnuss (rund 150)
als durch Angriffe von Haien (etwa 10).
Nicht nur bei Menschen ist die
Kokosnuss ein beliebtes Nahrungsmittel. Sie gehört
auch zu den Früchten die vom so genannten
Palmendieb (auch Kokoskrebs), mit einer Körperlänge
bis zu 40 cm und einer Spannweite von bis zu
einem Meter dem größten aller Landkrebse,
verzehrt werden. Die grössten Exemplare
sind in der Lage, Kokosnüsse an den Keimlöchern
zu öffnen.
Im Kinofilm sind echte Pferde nicht
deutlich genug zu hören. Deshalb wurde das
Geklapper der Pferdehufe mitunter durch Kokosnusshälften
imitiert. Ins Groteske überhöht wurde
diese Technik im Monty Python-Film Die
Ritter der Kokosnuss (engl. Originaltitel:
Monty Python and the Holy Grail). An Stelle von
Pferden wurden die Knappen im Film mit Kokosnussschalen
ausgerüstet.
Kokoswasser ist eine natürliche
physiologische Lösung. Da es weitgehend
steril ist, solange die Nuss geschlossen bleibt,
wird es unter entsprechenden Notfallbedingungen
in den Tropen erfolgreich bei starkem Blutverlust
oder, wenn ein Patient nicht schlucken kann,
als Serumersatz wie sterile Kochsalzlösung
direkt in eine Vene injiziert. Kokoswasser wird
auch erfolgreich von Durchfallpatienten getrunken,
da es leicht resorbiert wird.
Dieser Artikel basiert
auf dem Artikel "Kokosnuss" aus der freien
Enzyklopädie Wikipedia und steht unter
der GNU-Lizenz
für freie Dokumentation. In der Wikipedia
ist eine Liste der Autoren verfügbar. |